Bundessozialministerin bekräftigt: Staat bürgt für Riester-Rente

In einem Interview mit BILD am Sonntag hat Bundessozialministerin Andrea Nahles die Sicherheit der eingezahlten Beiträge und Zulagen bei Riester-Rente bekräftigt. So ist es seit 2001 Gesetz. Gerate ein Anbieter in finanzielle Schwierigkeiten, so garantiere der Staat, dass Altersvorsorge-Sparer ihr Geld auch ausgezahlt bekommen. Es sei richtig, privat vorzusorgen. 

Wie sicher ist die Riester-Rente? Über dieses Thema wurde in der Vergangenheit mehrfach debattiert. Die Bundestagsfraktion der Grünen wollte mit einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung herausfinden, welche gesetzliche Folgen es für die Riester-Rente hat, wenn mehrere große Lebensversicherer gleichzeitig in eine finanzielle Schieflage geraten (Drucksache 18 – 7221). Die Antwort lautete KEINE – die Einlagen sind gesichert und die Zulagen gibt es weiterhin.

Andrea Nahles – Staat garantiert weiterhin  für Auszahlung im Alter!

Auf eine entsprechende hat sich nun Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) noch einmal erklärt, warum die staatlich geförderte Altersrente sicher sei. Es ist schlichtweg der Staat, der einspringen würde, wenn die Einlagensicherungssysteme mit der Insolvenz mehrerer Versicherer überfordert wären.

„Der Staat garantiert, dass alle Riester-Inhaber ihr Geld ausgezahlt bekommen“, sagte Nahles am Wochenende der Bild am Sonntag. „Auch für die staatlichen Zusagen gibt es Vertrauensschutz, die zahlt der Staat weiterhin.“ Wer eine Riester-Rente abgeschlossen habe, der habe „alles richtig gemacht“, positioniert sich die Ministerin deutlich Pro Riester. Freilich sieht Nahles auch Reformbedarf: Speziell für Geringverdiener soll das Vorsorgesparen zukünftig attraktiver werden.

Das Hauptproblem ist trotz 15-jähriger Diskussion immer noch, dass die Riester-Rente wie jede Altersvorsorge auch, auf die Altersgrundsicherung (Sozialhilfe) angerechnet wird, wenn die gesetzliche Rente nicht reicht. Das demotiviert gerade die Geringverdiener, während Besserverdienende hohe Steuervorteile nutzen können. Die Riester-Rente wurde ja 2002 nicht eingeführt, um das Niveau der Altersvorsorge zu verbessern, sondern um die damals beschlossenen Rentenkürzungen abzufedern.

Die  Aussagen von Nahles fallen nicht zufällig in eine Zeit, in der die SPD die Rente zum Wahlkampfthema 2017 machen will. CSU-Chef Horst Seehofer hatte die Riester-Rente für gescheitert erklärt, weil der staatlich geförderte Kapitalstock speziell für Geringverdiener zu wenige Anreize bieten würde. Er forderte eine erneute Anhebung des Renten-Niveaus. Wie das finanziert werden soll, ist angesichts der Alterung der Gesellschaft umstritten. Immer weniger Beschäftigten werden zukünftig immer mehr Rentner gegenüberstehen. Spätestens wenn die Generation der Babyboomer in Rente geht, könnten die Sozialkassen stark belastet werden.

Privatvorsorge lohnt – egal wie!

Fest steht: Die gesetzliche Rente allein wird zukünftig vielen Menschen kaum einen auskömmlichen Lebensabend sichern. Sogar Durchschnittsverdienern, also dem Mittelstand, droht zukünftig Altersarmut, wenn sie nicht zusätzlich vorsorgen, warnen Rentenexperten. So betont sogar das Bundessozialministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken, dass eine vom Lohn abhängige Rente nicht der alleinige Schutz vor Altersarmut sei. „Diese Betrachtung vernachlässigt (…) zusätzliche Altersvorsorge beziehungsweise weitere Einkommen neben der gesetzlichen Rente im Alter“, heißt es in einer Stellungnahme.

Wie sehr sich eine Riester-Rente lohnt, hängt sowohl von der Förderquote (Anteil der staatlichen Förderung in Form von Zulagen oder Steuervorteilen am Gesamtbeitrag)  als auch vom jeweiligen Tarif ab. Denn auch bei der Leistungsfähigkeit und den Kosten der Policen gibt es zwischen den verschiedenen Versicherern, Banken, Fondsanbietern und Bausparkassen große Unterschiede. Aber auch die finanzielle Situation des Sparers muss hierbei berücksichtigt werden, denn nicht jedes Vorsorgeprodukt eignet sich gleichermaßen für jeden. Speziell für die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos sind  Produkte eine gute Wahl sein, die bereits mit Vertragsbeginn einen bestimmten Rentenfaktor (Rente je 10.000 € Guthaben) garantieren.

Das erfordert freilich, dass man sich mit Vor- und Nachteilen der Riester-Policen gleichermaßen beschäftigt. Abhängig von der Risikobereitschaft sollten auch andere Vorsorgeformen (Aktien- und Indexfonds, Lebensversicherung, eine Immobilie etc.) berücksichtigt werden. Einerseits sollte Altersvorsorge nicht voreilig abgeschlossen werden, begleitet sie einen doch im Zweifel ein Leben lang. Andererseits mindert jedes Abwarten das Ergebnis. Hier wird ein Beratungsgespräch bei uns helfen, den passenden Schutz zu finden.

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